FORUMnovum -- Das neue Forum für Ihr Wissen

Druckansicht

Einführung
Information
Dynamic Publishing
Kontakt
  Einleitung   Konzept   Technik   Innovationen   Mehrwert   Realisierung  

FORUMnovum Dynamic Publishing

Die Innovationen

FORUMnovum Dynamic Publishing bietet sowohl in technischer Hinsicht als auch in Bezug auf das konzeptionelle Geschäftsmodell mehrere Innovationen. In technischer Hinsicht sind vor allem die Suchfunktionen zu nennen, durch die sich bereits die FORUMnovum-Software auszeichnet. Wissenschaftliche Artikel sind über Zitationen wie in einem Spinnennetz miteinander verbunden. Mit FORUMnovum kann man sich entlang dieser gedanklichen Linien von einem Artikel zum nächsten hangeln. Dank der Trampelpfad-Technik bilden sich mit der Zeit breite Straßen oft benutzter Suchwege aus, auf denen Neulinge zielsicher zu den relevanten Artikeln gelangen. Spezielle Suchfunktionen wie die Dynamische Hierarchie von Schlagworten und die Local Citation Map ergänzen konventionelle Verfahren wie Volltext- oder Schlagwortsuche. Gegenüber der Suche in Bibliotheken oder herkömmlichen elektronischen Zeitschriften steigt der Suchkomfort deutlich.

Der Clou an FORUMnovum Dynamic Publishing besteht aber weniger in den technischen Innovationen, sondern im Geschäftsmodell. Bisher emulieren elektronische Journale lediglich die papiergestützte Publikationspraxis, ohne das Potential des elektronischen Publizierens wirklich voll auszuschöpfen. FORUMnovum Dynamic Publishing dagegen setzt auf konsequentes Re-Engineering des Publikationsvorganges. Bezüglich des konzeptionellen Modells sind vier wesentliche Neuheiten zu nennen:

  • Begutachtung durch alle Leser erst nach Veröffentlichung
  • Beiträge haben vorgegebene Struktur, aber kein zwingendes Layout
  • Qualitätsbeurteilung direkt am Artikel ablesbar
  • Herausgeber und Autoren zahlen anstelle der Leser

Die ersten beiden Innovationen führen zu massiven Kostenreduktionen um bis zu 50%, weil außer für Software und Server keine Publikationskosten mehr anfallen. Bei Printjournalen dominieren die Vorbereitungskosten für eine Publikation - insbesondere die Koordinierung des Begutachtungsprozesses und die Layout-Vereinheitlichung - die Gesamtkosten, wobei wegen der geringen Auflage die spezifischen Kosten sehr hoch liegen. Da die Koordinierung der Bewertung eines Artikels nun dem Markt der Leser überlassen bleibt, entfallen die entsprechenden Kosten beim Publizieren. Außerdem bleibt den Bibliotheken ein großer Teil der Vorhaltungskosten erspart. Neben Platz und Kosten spart das so genannte Publishing on Demand auch Papier: Anstatt pauschal jede Bibliothek mit einer vollständigen Druckausgabe auszustatten, aus der dann Wissenschaftler die sie interessierenden Artikel herauskopieren, kann nun jeder Wissenschaftler die gewünschten Artikel an seinem Computer direkt ausdrucken.

Einheitliches Layout der Artikel ist bei einer Leserzahl von typischerweise weniger als zehn ein absolut verzichtbarer Luxus, der unnötig Kosten verursacht. Da Wissenschaftler ein Eigeninteresse an der Verbreitung ihrer Ergebnisse haben, kann die Entscheidung über die angemessene Form auch ihnen selbst überlassen bleiben. Die von anderen elektronischen Zeitschriften betriebene Konvertierung eingesandter Manuskripte generiert keinen Mehrwert. FORUMnovum Dynamic Publishing erlaubt, mit beliebigen Textverarbeitungssystemen geschriebene Texte als Artikel einzustellen. Im Interesse der allgemeinen Lesbarkeit empfiehlt es sich aber, gängige Dateiformate zu verwenden. Mit dem Portable Document Format (PDF) von Adobe steht heute ein Standardformat zur Verfügung, das allen Ansprüchen genügt. Da FORUMnovum aber beliebige Dateiformate unterstützt,lassen sich beispielsweise auch Multimedia-Daten einfügen. Über Eingabemasken werden relevante Meta-Informationen wie Co-Autoren, Schlagworte, zitierte Literatur usw. strukturiert abgefragt.

Das Referieren von Artikeln dagegen ist für die wissenschaftliche Qualitätssicherung unabdingbar. FORUMnovum Dynamic Publishing ersetzt das Referieren vor der Veröffentlichung durch die Bewertung jedes Beitrags nach seiner Veröffentlichung. So ist zukünftig an jedem Beitrag nicht nur zu sehen, wie oft er gelesen und von wem er zitiert wurde, sondern auch, wie er von seinen Lesern bewertet wurde und wie Gutachter über ihn urteilten. Im Gegensatz zu früher werden auch die Referee Reports veröffentlicht.

Die neue Praxis der nachträglichen Begutachtung wird vermutlich zu einer ansteigenden Flut von Artikeln minderer Qualität führen. Da aber die mangelnde Qualität bereits am Artikel zu erkennen ist, bleibt die Qualitätssicherung in der Wissenschaft gewahrt. Weil in einem Dynamischen Journal jedem Artikel seine Bewertung anhaftet, kann man bewusst nach gut beurteilten Artikeln suchen und bei schlecht oder gar nicht beurteilten Artikeln entsprechend vorsichtig sein. Man kann darauf hoffen, dass schlechte Publikationen mittels Evaluierung durch die Leser 'ausgemendelt' werden, während die gut bewerteten Artikel sich durchsetzen und ggf. als eine Art Best-of noch einmal traditionell auf Papier nachgedruckt werden. Außerdem bieten Dynamische Journale die Chance, dass kritisierte Artikel vom Verfasser korrigiert und in verbesserter Version ein zweites Mal publiziert werden.

Die vierte Innovation, die Herausgeber anstelle der Bibliotheken für die Publikationskosten aufkommen zu lassen, ist gleichbedeutend mit einer radikalen Markttransformation. Der geplante kostenlose Lesezugang entspricht dem Bedürfnis von Wissenschaftlern, jede Publikation jederzeit und rasch verfügbar zu haben. Dies schließt aber aus, die Leser zur Kasse zu bitten. Andererseits sind Wissenschaftler aus strukturellen Gründen zum Publizieren gezwungen. Daher liegt es nahe, den 'Verursachern' von Publikationen einen Teil der Kosten aufzubürden. Dies ist auch sinnvoll, um eine Publikationsbarriere für Nichtwissenschaftler zu errichten. Den Löwenanteil der Kosten müssen aber die Herausgeber der Journale tragen, die für das Organ verantwortlich zeichnen.

Damit verändern sich die Rollen der am Publikationsprozess beteiligten Akteure. Während bisher die Bibliotheken die Endkunden für wissenschaftliche Journale sind, geraten im hier vorgestellten Modell nun die Herausgeber und die Autoren in die Kundenrolle. Die Verlage wandeln ihre Funktion zu Providern der technischen Hülle eines Journals, wobei der Unterschied zwischen Verlegen und Archivieren verschwindet. Die Bibliotheken werden dadurch aber genau so wenig funktionslos wie die Verlage. Sie können sich jetzt auf ihre Rolle als Gate-Keeper der Wissensbestände konzentrieren. Eventuell können sich die Bibliotheken auch als neue Verleger- oder Herausgebergruppe profilieren.

Damit aber die Herausgeber - zumeist individuelle Wissenschaftler, Gelehrtenvereinigungen oder wissenschaftliche Einrichtungen - ihre neue Rolle als Kunden im Publikationsgeschäft wahrnehmen könnten, müssten sie sich entsprechend refinanzieren können. Dafür wäre eine Reallokation der Finanzströme im Wissenschaftssystem nötig: Statt der Bibliotheken müssten die Herausgeber Mittel für das Erzeugen und Vorhalten ihrer wissenschaftlicher Journale erhalten.


Last modified: Sun Jun 27 12:58:29 CEST 2004

weiter...